Auf dem Parkett der New Yorker Börse – der S&P 500 sendet aktuell wichtige Warnsignale.
Auf dem Parkett der New Yorker Börse – der S&P 500 sendet aktuell wichtige Warnsignale.
Angela Weiss/AFP/Getty Images

Der S&P 500 ist unter seine 200-Tage-Linie gefallen, ein mögliches Signal für weitere Kursverluste.

Analyst Lance Roberts empfiehlt, sechs technische Indikatoren zu beobachten, um die Marktlage besser einzuschätzen.

Anleger sollten große Positionen reduzieren und mehr Cash halten, um mögliche Verluste abzufedern.

Der S&P 500 ist unter seine 200-Tage-Linie gefallen, während der Leitindex auch im Jahr 2026 weiter unter Druck steht. Das ist nicht zwangsläufig ein sicheres Zeichen für einen bevorstehenden Bärenmarkt, kann aber darauf hindeuten, dass sich in den kommenden Monaten ein Abwärtstrend entwickelt.

Laut einer Analyse von Lance Roberts, Chefstratege bei RIA Advisors, wurde diese technische Marke seit mindestens dem Jahr 2000 zu Beginn jedes Bärenmarkts unterschritten. In diesen Fällen lag der S&P 500 sechs Monate später im Durchschnitt um 4,8 Prozent niedriger.

Mehrere Belastungsfaktoren drücken auf die Märkte

Die Aktienmärkte haben in den vergangenen Monaten eine schwierige Phase erlebt. Steigende Ölpreise, ein schwacher Arbeitsmarktbericht, hartnäckige Inflation und Umbrüche durch KI haben die Zuversicht der Anleger gedämpft.

Doch woran kann erkannt werden, ob sich die Lage weiter verschlechtert? Neben fundamentalen Faktoren, wie den genannten Entwicklungen, liefern auch technische Indikatoren wichtige Hinweise.

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Diese Signale sollten Anleger im Blick behalten

In einem Bericht vom Montag nennt Roberts sechs Kriterien:

  • Die 200-Tage-Linie des S&P 500 zeigt weiter nach unten.
  • Der MACD-Indikator (Moving Average Convergence/Divergence), ein weit verbreiteter Trendindikator, fällt in den negativen Bereich.
  • Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt unter 32 Punkten.
  • Die Stimmungsumfrage der American Association of Individual Investors zeigt mindestens 45 Prozent pessimistische Anleger.
  • Mehr als 40 Prozent der S&P-500-Aktien notieren unter ihrer 200-Tage-Linie.
  • Die 200-Tage-Linie fällt unter die 50-Tage-Linie.
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Derzeit treffen nur zwei Warnsignale zu

Aktuell treffen laut Roberts nur zwei dieser Punkte zu: 46 Prozent der Aktien notieren unter ihrer 200-Tage-Linie, und der MACD-Indikator zeigt weiterhin nach unten.

Dennoch sei es noch zu früh, um den weiteren Verlauf des Marktes sicher einzuschätzen. Anleger sollten sich aber bereits jetzt auf mögliche kurzfristige Rückgänge vorbereiten.

Sechs Schritte zum Schutz des Portfolios

Roberts empfiehlt mehrere Maßnahmen, um Risiken zu reduzieren.

  • Erster Schritt: große Positionen verkleinern. „Reduziert die Gewichtung euerer größten und am höchsten bewerteten Positionen um 20 bis 30 Prozent“, schreibt er. Ziel sei es nicht, gegen eine Erholung zu wetten, sondern mögliche Verluste von weiteren 12 bis 15 Prozent zu begrenzen.
  • Zweitens sollten Anleger zehn bis 15 Prozent ihres Portfolios in Cash halten. So bleibt Kapital verfügbar, um bei fallenden Kursen nachzukaufen.
  • Drittens empfiehlt Roberts, stärker auf Qualitätsaktien zu setzen und Wachstumswerte zu reduzieren. Wichtige Merkmale solcher Aktien sind Preissetzungsmacht, eine solide Bilanz und hohe freie Cashflows. Ein Beispiel ist der Vanguard U.S. Qualitätsfaktor ETF.
  • Viertens rät er, die Gewichtung defensiver Sektoren wie Versorger, Gesundheitswesen und Basiskonsumgüter zu erhöhen. Diese entwickeln sich in Krisenzeiten oft stabiler.
  • Fünftens sollten Anleger bei volatileren Aktien, etwa zyklischen Werten, Stop-Loss-Marken enger setzen, mit einem Spielraum von sieben bis zehn Prozent nach unten.
  • Sechstens empfiehlt Roberts, die durchschnittliche Laufzeit von US-Staatsanleihen im Portfolio auf fünf bis sieben Jahre zu erhöhen. In diesem Bereich sind die Renditen höher als am kurzen Ende der Zinskurve, und Anleihen mit mittlerer bis längerer Laufzeit gewinnen häufig an Wert, wenn sich die Wirtschaft abschwächt.

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