
- Russland hat damit begonnen, Glasfaserkabel zur Steuerung seiner preiswerten Molniya-Festflügel-Drohnen einzusetzen.
- Bisher wurden Glasfaserkabel primär für kleinere Drohnen, wie etwa Quadcopter genutzt.
- Die Kabel gewährleisten eine stabile Verbindung, die selbst gegen Störungen durch elektronische Kampfführung resistent ist.
Russland setzt Glasfaserkabel zur Steuerung einiger seiner größeren Festflügel-Angriffsdrohnen ein. Laut einem führenden ukrainischen Drohnenexperten sind diese dadurch praktisch immun gegen die elektronische Kriegsführung, die das Schlachtfeld dominiert.
Serhii Flash Beskrestnov, ein Berater des ukrainischen Verteidigungsministeriums, erklärte gegenüber BUSINESS INSIDER (BI) diese Woche, dass Moskau bisher bei mindestens fünf Gelegenheiten Molniya-Drohnen (russisch für Blitz) eingesetzt hat, die über Glasfaserkabel mit ihren Piloten verbunden waren.
Beskrestnov sagte, er habe die Information über die glasfasergesteuerten Molniyas direkt von ukrainischen Piloten von Abfangdrohnen erhalten.
Russland und die Ukraine statten primär kleinere First-Person-View-Drohnen (FPV), meist Quadrocopter, mit Glasfaserkabeln aus, da diese weniger anfällig für Signalstörungen sind als Funkverbindungen.
Beskrestnov, ein prominenter Experte für ukrainische Drohnenkriegsführung, sagte, die Molniyas seien die ersten Festflügel-Drohnen, die Russland mit Glasfaserkabeln betreibt. Diese Drohnen haben eine Reichweite von etwa 50 bis 100 Kilometer und wurden bei Angriffseinsätzen nahe der Frontlinie in der umkämpften und besetzten östlichen Region Donezk gesichtet.
Die Glasfaserkabel verringern die Geschwindigkeit der Molniya-Drohnen, so Beskrestnov, erhalten jedoch die Verbindung stabil aufrecht.

Russland setzt zunehmend auf Glasfaser-Drohnen
Das US-Militär erklärte, Russland habe Ende 2025 mit dem Einsatz von Glasfaser-Molniya-Drohnen begonnen. Die Glasfaserverbindung, hieß es, bietet Immunität gegen elektronische Störungen und gewährleistet eine hochwertige Videoübertragung, obwohl sie im Vergleich zu Standardmodellen sowohl die operative Reichweite als auch die Nutzlastkapazität verringert.
Molniya-Drohnen, die beispielsweise mit einer Spule mit 40 Kilometer Kabel ausgestattet sind, können laut einem Informationsportal für Waffen des US-Militärs eine Nutzlast von etwa 4,5 Kilo tragen. Eine schwerere Spule für eine größere Reichweite würde die Nutzlast theoretisch weiter verringern.
Weder das russische Verteidigungsministerium noch die russische Botschaft in den USA reagierten auf eine Anfrage zur Stellungnahme.
Störungsresistente Glasfaser-Drohnen sind im Krieg Russlands gegen die Ukraine immer häufiger anzutreffen. Sie sind widerstandsfähig gegen elektronische Kriegsführung und halten eine stabile Verbindung zwischen Drohne und Pilot sowie ein klares Videosignal aufrecht. Die beste Verteidigung gegen diese Drohnen besteht oft darin, sie mit Handfeuerwaffen wie Schrotflinten abzuschießen.
Videoaufnahmen aus einigen Abschnitten der Frontlinie zeigen ein Geflecht aus Glasfaserkabeln, das über Felder verstreut ist, was unterstreicht, wie verbreitet die kabelgebundenen Verbindungen geworden sind. Die Drähte stellen zudem eine Gefahr dar und zwingen ukrainische Soldaten dazu, sich aus Angst vor Sprengfallen mit Vorsicht zu bewegen.
Russland hat Molniyas in der Vergangenheit für Angriffseinsätze genutzt, sie mit Sprengköpfen bestückt und sie auf ein Ziel gesteuert, um beim Aufprall zu detonieren.

Allerdings wurden die Molniyas in den vergangenen Monaten auch für andere Einsätze modifiziert, etwa zum Transport von FPV-Quadrocoptern, ähnlich einem Mutterschiff. Das russische Militär hat die Drohnen zudem mit fortschrittlicher Technologie ausgestattet und sie so in kostengünstige, aber effektive Aufklärungsplattformen verwandelt.
Ukraine kann laut Selenskyj täglich 2000 Abfangdrohnen herstellen
Festflügel-Drohnen wie die Molniya – oder zum Beispiel die Supercam, die zur Aufklärung eingesetzt wird – ähneln eher herkömmlichen Flugzeugen als FPV-Quadrocoptern, die einen Rahmen und vier winzige Propeller besitzen. Zudem können sie oft längere Distanzen zurücklegen.
Um der wachsenden Bedrohung durch Russlands unbemannte Luftsysteme zu begegnen, hat Kyjiw in die Entwicklung eines Arsenals an kostengünstigen Abfangdrohnen investiert.
Die Abfangjäger, die hauptsächlich darauf ausgelegt sind, russische Festflügel-Drohnen bei Angriffs- oder Aufklärungsmissionen zu jagen, sind mit kleinen Sprengköpfen bewaffnet. Sie zerstören Ziele in der Luft, indem sie direkt in sie hineinfliegen oder in der Nähe explodieren.
Die boomende Verteidigungsindustrie der Ukraine kann täglich mindestens 2.000 effektive und kampfbewährte Abfangjäger herstellen, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj diese Woche.
Einige Modelle sind bereits für 1.200 Dollar (rund 1.037 Euro) zu haben – ein Bruchteil der Kosten der russischen Drohnen, die schätzungsweise zwischen 10.000 und 100.000 Dollar (etwa 8.640 und 86.400 Euro) kosten.
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