
Otto plant laut Unternehmensangaben bis 2028 ein Umsatzwachstum auf zehn Milliarden Euro und erweitert das Sortiment.
Das Unternehmen streicht 460 Stellen in Hamburg mit einer prognostizierten Kostenersparnis bis 2027/28 von 110 Millionen Euro.
Otto setzt auf KI-gestützte Services von Hyperpersonalisierung bis digitaler Fachberatung und optimiert Daten für bessere Auffindbarkeit.
Der Hamburger Online-Händler Otto plant bis 2028 ein Umsatzwachstum auf zehn Milliarden Euro. Trotzdem hält das Unternehmen an seinem Plan fest, 460 Vollzeitstellen in Hamburg zu streichen.
Die Stellenstreichungen sollen die jährlichen Kosten bis zum Geschäftsjahr 2027/28 um 110 Millionen Euro senken. Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete Otto einen Umsatz von etwa 7,5 Milliarden Euro – ein Plus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Kundenzahl stieg um vier Prozent auf 12,6 Millionen.
Otto erweitert sein Sortiment kontinuierlich: Die Plattform bietet 19 Millionen Artikel von 40.000 Marken mit 6100 Partnern. Neu hinzugekommen sind haltbare Lebensmittel, Tierfutter, Kosmetik und Erlebnisgutscheine. Im Frühjahr sollen Bücher folgen.
Otto plant, internationale Anbieter aus den Niederlanden, Polen, Österreich, Frankreich und Spanien auf die Plattform zu holen. Anfang 2027 soll zudem Dänemark hinzukommen.
Sozialverträglicher Stellenabbau geplant
Otto beschäftigt bundesweit 4900 Mitarbeiter und ist Teil der Otto-Gruppe mit 36.000 Beschäftigten. Mit dem Betriebsrat hat das Unternehmen ein Freiwilligenprogramm vereinbart, das Altersteilzeit, einvernehmliche Aufhebungsverträge und Transfergesellschaften umfasst.
Boris Ewenstein, Vorsitzender des Otto-Bereichsvorstands, betonte: „Die anstehenden Veränderungen werden wir so fair, respektvoll, transparent und sozialverträglich wie möglich gestalten.“
Manager: Handel am Beginn einer neuen Ära
Nach Angaben der Otto-Unternehmensseite sieht Otto-Manager Boris Ewenstein den Handel mit Blick auf KI am Beginn einer neuen Ära. Künstliche Intelligenz verändere sowohl die Kundenerwartungen als auch die Möglichkeiten im Online-Service grundlegend.
Otto setze dabei auf KI-gestützte Einkaufserlebnisse, die von Hyperpersonalisierung bis hin zu digitaler Fachberatung durch KI-Assistenten reichen. Zusätzlich arbeite das Unternehmen an einer qualitativen Datenanreicherung, um die Auffindbarkeit des eigenen Angebots auch in externen Systemen zu verbessern.
sf mit dpa

