
Die Bundesregierung setzt auf enge Verzahnung der deutschen und japanischen Rüstungsindustrie, um internationale Zusammenarbeit auszubauen, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ („FAZ“).
Deutsche Konzerne wie Airbus, TKMS, MBDA und Rohde & Schwarz vertiefen laut „FAZ“ ihre Kontakte nach Japan, berichtet die FAZ.
Im Fokus stehen Kooperationen bei Raketenmotoren, Drohnenprojekten und Luftfahrttechnologie im Fokus; der Export kompletter Schiffe oder Panzer sei jedoch unwahrscheinlich, so die FAZ.
Geopolitische Spannungen und Zweifel an der Verlässlichkeit der USA treiben Japans Aufrüstung voran. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, will die Regierung in Tokio ihre Rüstungsindustrie stärker international vernetzen und öffnet sich für Kooperationen mit europäischen Partnern.
Neue Chancen für deutsche Rüstungskonzerne in Japan
Vor diesem Hintergrund nutzten mehrere deutsche Rüstungskonzerne zuletzt den Besuch von Verteidigungsminister Boris Pistorius in Japan, um ihre Kontakte auszubauen, schreibt die „FAZ“. An der Delegation beteiligten sich unter anderem Airbus Defence, Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS), MBDA, Diehl und Rohde & Schwarz, teils begleitet von ihren Vorstandsvorsitzenden.
Konkrete Projekte nehmen dabei bereits Gestalt an. Laut „FAZ“ prüfen der deutsche Hersteller Taurus und Kawasaki Heavy Industries eine Zusammenarbeit bei einer neuen Generation von Marschflugkörpern, bei der Japan unter anderem Raketenmotoren liefern könnte. Auch bei der Eurodrohne gilt Japan als möglicher Partner. Parallel arbeitet Mitsubishi Heavy Industries mit Großbritannien und Italien an einem eigenen Kampfflugzeug, das perspektivisch auch für Deutschland relevant werden könnte, so die „FAZ“.
Export kompletter Waffensysteme gilt als unwahrscheinlich
Als eher unwahrscheinlich gelte hingegen der Export kompletter Waffensysteme wie Schiffe oder Panzer nach Japan. Stattdessen sehen Branchenvertreter laut „FAZ“ vor allem Potenzial bei Schlüsseltechnologien wie Sensorik oder Hochleistungssystemen. In diesem Zusammenhang wird etwa der Technologiekonzern Fujitsu genannt, dessen Supercomputer für militärische Simulationen interessant sind und ohne Verbindungen nach China oder in die USA auskommen.
Nach Darstellung der „FAZ“ bemüht sich die Bundesregierung bereits seit Jahren um eine engere Verzahnung beider Rüstungsindustrien. Dazu zählen ein Abkommen zum Austausch sensibler Technologien sowie die Entsendung eines wehrtechnischen Attachés nach Tokio. Dennoch bestehen weiterhin Hürden, da viele japanische Konzerne international noch wenig Erfahrung im Rüstungsgeschäft haben.
sp
